Programm

  • 9.00 – 9.30 Uhr BEGRÜSSUNG
    Offizielle Begrüßung und Kongresseröffnung
    Melanie Kollbacher, Moderation
    Ralf Gelowicz, 1. Vorsitzender BvBP e.V.
     
  • 9.30 – 11.00 Uhr Dr. phil. Jörg-M. Wolters, Institut für Budo-Pädagogik (IfBP)
    Fachvortrag: „Budo-Pädagogik und -Therapie zur INTEGRATION“

    (mehr Details zum Inhalt des Vortrags in Kürze)

  • 11.30 – 12.30 Uhr Sebastian Grams, Budopädagoge (Master)
    Workshop: „IDENTITÄT – Von der Ich-Darstellung zur Selbsterkenntnis“

     
    „Wer bin ich?“ – Eine der wesentlichen Fragen, auf die man in der traditionellen Kampfkunst (Budo) unweigerlich geworfen wird, hat nichts an ihrer Wichtigkeit verloren.
    Gerade in unserer Zeit, in der Dienstleistungsgesellschaft, Vernetzung und Globalisierung prägende Schlagworte sind, ist IDENTITÄT beliebig geworden – Milieu, Herkunft oder Klasse definieren nicht mehr wer wir sind. Die Bildung einer eigenen Identität ist freier geworden und damit umso unsicherer und schwieriger.
    Häufig sind unsere ‚Identitäten‘ eine Mischung aus abgeschauten Bildern und Rollen. Wir legen mehr Wert auf Selbstdarstellung als auf Selbstverständnis. Wir wissen nicht, wie wir sein sollen und versuchen deshalb ‚irgendwie anders‘ als alle anderen zu sein.
    Die Kampfkunst bemüht sich, die unbeständigen Rollen aufzulösen und den inneren Kern des Menschen freizulegen. Dazu bedient sie sich eines Mittels, bei dem Rollen und Schauspiel auf natürliche Weise fallen gelassen werden – dem des Kampfes. Konfrontiert in körperlicher Auseinandersetzung bleibt das ungeschönte ‚Ich‘, das geistig zu erkennen, körperlich zu erleben und emotional zu akzeptieren systematisch kultiviert wird.
    So festigt sich das Selbstverständnis, aus dem sich die beständige Identität entwickeln kann.

    Im Workshop werden die Mechanismen aus dem Budo, die Einfluss auf die Identität haben, vorgestellt. Wie wirken sich Dojo-Gemeinschaft (jap. Dojo = ‚Ort des Weges‘, Übungsraum) und Lehrer-Schüler-Beziehung auf die identitätsformenden Prozesse aus? Wie kann zielgerichtet beim Entdecken der eigenen Stärken und Schwächen geholfen werden? Und welche Synergien ergeben sich hieraus für die budopädagogische Arbeit?
    Im Praxisteil wird eine Auswahl von Übungen, die sich thematisch mit der Identitätsfrage befassen, die Einwirkungsmöglichkeiten im Budo und budopädagogischen Kontext verdeutlichen. Reaktion in partnerschaftlichen Kampfübungen und Reflexion des eigenen Handelns sowie die Arbeit am und mit dem eigenen Schwerpunkt/der eigenen ‚Mitte‘ spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

  • MITTAGSPAUSE

    Gemeinsames Mittagessen im Kloster

  • 14.00 – 15.00 Uhr Doris Nachtlberger Budopädagogin (Master)
    Workshop: „INTEGRITÄT – Haltungsfragen im Spiegel des Schwertes“

     
    Erst in der Beziehung zu anderen Menschen stellt sich die Frage der INTEGRITÄT im Sinne einer funktionalen, tief menschlichen, nicht oft anzutreffenden Qualität.

    „Vertrauenswürdigkeit – Handschlagqualität – Ehrlichkeit – Loyalität – Standhaftigkeit …“

    bedingen Klarheit und Mut. Integrität geht dabei über das bloße ’sich an äußere Normen halten‘ weit hinaus. Denn nur durch die Kraft einer inneren Überzeugung und Leidenschaft wird die innere Klarheit im Außen wirksam.
    Auf pädagogischer Ebene erwächst aus der inneren Klarheit des ‚friedfertigen Kriegers‘ ein Orientierung bietender Schutzraum, der geeignet ist, im pädagogischen Schützling über das Prinzip von ‚Ishin – Desshin‘ (jap. für ‚von Herz-Geist zu Herz-Geist‘) eine intrinsische Motivation für die mutige Aufnahme des eigenen Entwicklungsprozesses (-weges) zu initiieren und zu fördern.

    Mit Hilfe des japanischen Holzschwertes werden mit den Teilnehmern Bewegungsabfolgen aus der japanischen ‚Kunst des schnellen Schwertziehens‘ (Iai-Do) geübt, die eine gefühlte Grundidee der aufrechten Haltung der Integrität vermitteln sollen.
    Im Spiegel der Direktheit des Schwertes wird die eigene Haltung auf ihre Lücken hin konfrontiert, in der Übung mit dem Schwert jene Haltung erarbeitet und geübt, die Integrität in sich erzeugt.

  • 15.30 – 16.30 Uhr Michael Kipp Budopädagoge (Master)
    Workshop: „INTERAKTION – Im Austausch der Friedfertigkeit“

     
    In Konfliktsituationen begegnen wir Persönlichkeitsanteilen wie Wille, Ehrgeiz und Stärke (wir ‚wollen‘ uns durchsetzen). Wir werden uns diese anhand von Partnerübungen aus der Kampfkunst Aikido bewusst und erfahrbar machen, wobei ein Rollentausch zwischen Angreifer und Verteidiger eine wechselseitige Sicht auf das Erleben bei sich und im Gegenüber ermöglicht.

    In der praktischen Übung lernen wir unseren persönlichen Raum wahrzunehmen und kommen in achtsamen Kontakt mit dem Partner. Im stufenweisen Verringern der Distanz (erst mit dem Kampfstock, dann mit den Händen, schließlich im direkten Körperkontakt) nimmt die Intensität und damit auch das innere Erleben zu. Im Kampf um die Sache (den Kampfstock) wollen wir erforschen, wie unser ‚Wille zum Sieg‘ überwunden und in eine friedfertige Haltung (Nachgeben, Verzicht, Kompromissbereitschaft) aufgelöst werden kann.

  • 16.45 – 17.15 Uhr Dr. phil. Jörg-M. Wolters, Institut für Budopädagogik (IfBP)
    Information: „Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten beim Institut für Budo-Pädagogik (IfBP)“

    (mehr Details in Kürze)

  • 17.15 – 18.00 Uhr ABSCHLUSSDISKUSSION
    „Von der INTEGRITÄT zur INTEGRATION – Kampfkunst als Wegweiser“
    Moderation Melanie Kollbacher, Budopädagogin

     
    Am Ende wollen wir gemeinsam noch einmal den Bogen spannen – vom ersten Vortrag bis zum letzten Workshop – und die Verbindung der verschiedenen Inhalte zum Thema zwischen Teilnehmern und Referenten diskutieren. Wie kommen wir von der INTEGRITÄT zur INTEGRATION, wenn die Kampfkunst uns den Weg weist? Offene Fragen können geklärt werden, um ein abschließendes Bild zur Thematik zu formen.

Außerhalb der Veranstaltung:

Wer am Freitag anreisen oder bis Sonntag bleiben möchte, findet Informationen zu Zimmern und Preisen im Kloster unter www.buddhasweg.eu/Gaestehaus-Pension-Odenwald-Wald-Michelbach.html.

Am Freitagabend findet eine interne Vorbesprechung ausschließlich für die Referenten und Organisatoren statt.

Für alle Tages- und Übernachtungsgäste in ‚Buddhas Weg‘ besteht die Möglichkeit zur kostenfreien Teilnahme an den Angeboten des Klosters (z.B. Meditation). Auch Zen-Garten, Teehaus oder Klostershop sind einen Besuch wert.

Am Samstagabend möchten wir außerhalb des Klosters gemeinsam Essen gehen, wo nochmal die Möglichkeit zum Austausch und gemütlichen Beisammensein besteht. Wer möchte, darf uns gerne begleiten. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig und erfolgt auf eigene Rechnung.

Am Sonntagvormittag findet eine interne Auswertung des Kongresses statt. Diese ist für alle Mitglieder des Berufsverbandes offen.