5. Budopädagogik-Kongress 2012 in Köln – „Budo wirkt – Pädagogik die bewegt!“

In Köln richtete der Berufsverband der Budopädagogen (BvBP) e.V. diesmal seinen diesjährigen internationalen Kongress aus, um der Fachöffentlichkeit und interessierten Kampfsportlern Neues aus der Theorie und Praxis der Budopädagogik vorzustellen. Vom 9. bis 11. November war das Shizenkan Dojo, eigentlich eine Schwertkampfschule für Iaido, Jodo und Battodo unter Sensei Hubert Schmitz (5.DAN), der exklusive Tagungsort für Budopädagogen und Meister unterschiedlichster Kampfkünste sowie Vertreter verschiedener Kampfsportschulen und Verbände aus der Schweiz, Österreich und dem ganzen Bundesgebiet.

Trainer aus dem Bereich Karate, Aikido, Judo, Kempo und Kung Fu sowie Erzieher, Sozialpädagogen, Lehrer und Psychologen informierten sich ausführlich über das Wesen des Budo als Weg zum ‚Friedvollen Krieger‘, als Schulung des Menschen und der Ausbildung einer reifen Persönlichkeit. Vor allem der professionelle Einsatz als gezielte Methode im Kontext von Pädagogik, Therapie und Coaching stand im Mittelpunkt der Vorträge und Workshops.

Nach Eröffnungsreden der Veranstalter und des BvBP referierte der Begründer der Budopädagogik Dr. Jörg Wolters (6.DAN), spiritus rektor, Leiter der berufsqualifizierenden Ausbildung zum Budopädagogen (Institut für Budopädagogik, IfBP Stade) in seinem Hauptvortrag zum Thema „Budo wirkt – Pädagogik die bewegt“. Er stellte die wissenschaftlichen Grundlagen und neuesten Erkenntnisse der mit knapp 20 Jahren noch jungen Fachrichtung dar und betonte die Eigenständigkeit des Ansatzes zwischen Erlebnispädagogik und Bewegungs- und Körper-Psychotherapie.

Die vielfältige Praxis der Budopädagogik in Jugend- und Sozialarbeit, Strafvollzug, Rehabilitation und Psychiatrie wurde exemplarisch durch Workshops zu speziellen Themen vorgestellt, in denen die Teilnehmer am eigenen Leib die Wirkung erleben und reflektieren konnten:

Hannes Meist (1.DAN) zeigte auf, wie innere und äußere Balance und Stabilität einander bedingen und mit budopädagogischen Übungen nachhaltig gefördert werden können.

Werner Lussi (3.DAN, BP-Master) aus der Schweiz ließ erkennen, wie seine Arbeit gerade verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung von Gelassenheit und Weichheit zugute kommt.

Jeannine Schröder (BP-Master) begründete auf entwicklungspsychologischer Grundlage ihr budopädagogisches Projekt „Bonsai-Judo“. Dabei erlebten die Teilnehmer/innen in der Praxis, wie der Fokus „Förderung der Selbstentwicklung“ durch wertschätzende Konfrontation und dem altersspezifischen Kampfkunst-Konzept umgesetzt wird. Auch erläuterte sie Ihr inklusives Projekt zur Förderung von sozial benachteiligten Mädchen..

Am Ende der erfolgreichen Veranstaltung moderierte Dr. Florian Besch (Ethnologe) das Abschlussplenum, wo die Teilnehmer mit den Praxis-Experten, Wissenschaftlern und Ausbildern fachliche Fragen und persönliche Erlebnisse diskutierten.

Zu den beiden nächsten Weiterbildungsstaffeln (2013-2015) in Deutschland und Österreich, die einzig vom IfBP (in Kooperation mit dem BvBP) durchgeführt werden, meldeten sich bereits erste Interessenten an. Weitere Infos unter www.budpaedagogik.de und www.bvbp.org.

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